9. April 2026
Nachdem am ersten Tag nach und nach sechs Radler eingetrudelt sind, haben wir die Route auf Wunsch des einen Tag später kommenden Angelo geändert: Statt Orient ging’s erstmal hoch nach San Salvador.
Kurioser Beginn: Michael blieb meist zurück und kam mit seinem noch nahezu neuen Edel-Bike nur langsam die ersten Hügel hoch. Nach 20 km dann die Ursache: Die Scheibenbremsen haben geschliffen! Das Ablassen von einigen Tropfen Bremsflüssigkeit hatte nicht den gewünschten Effekt. Später haben wir etwas dazu gelernt: Der geringere Luftdruck im Gepäckraum des Flugzeugs hat durch die sich ausdehnende Bremsflüssigkeit die Scheiben zusammengedrückt.
Während Michael zum Mechaniker nach Muro zurück geradelt ist, hat der Rest von uns die recht anspruchsvollen Rampen nach San Salvador bezwungen – steiler sollte es auch die nächsten Tage nicht werden. Oben war ich dann ganz schön platt, aber die Aussicht war’s wert!
Übrigens: Das Kloster Sant Salvador wurde Mitte des 14. Jahrhunderts erbaut. Man glaubte, die Höhe könne die Pest in Schach halten.
Die Pause in Petra haben wir dann später wie schon aus den letzten Jahren gewohnt im Restaurant Ca´n Oms bei alkoholfreiem Bier und Cola absolviert. Zügig ging es im Anschluss zurück zu unserem Quartier Esperanza, wo Angelo die Mannschaft am Pool bei nun vernünftigen da hopfenhaltigen Getränken komplettiert hat.
Hans
10. April 2026
Am 2. Tag nahm die nun komplette Gruppe mit 7 Fahrern die beliebte Tour nach Orient bei bestem Frühsommerwetter und strahhlendem Sonnenschein in Angriff.
Bei leichtem Rückenwind und engagierter Führungsarbeit von Michael führte die Fahrt zügig über Sa Pobla und Santa Maria del Cami über kleine Nebenwege durch reizvolle Landschaft nach Bunyola. Kurz vor Bunyola fielen wie immer die Tachos für einige Meter aus. Den Grund für dieses Mysterium haben wir immer noch nicht gefundenn.
Der Anstieg zum Coll d`Honor wurde wegen Kommunikationsmängeln nicht gemeinsam in Angriff genommen, sodaß der Bergkönig diesmal zum Leidwesen eines favorisierten Aspiranten nicht ausgefahren werden konnte. Dafür entschädigte neuer und aalglatter Asphalt die Gruppe.
Pause wurde traditionell in unserem Stammlokal Es Feu D´Orient gemacht. Für Erstaunen sorgte hier der stolze Preis von 17,50 € für eine schlichte Portion Spagetti.
Gestärkt und die traumhafte Berglandschaft geniessend ging es dann bergab nach Alaro und von dort über Campanet zum lieblichen Maffaytal. Große Aufmerksamkeit erforderten in diesem Bereich allerdings unzählige teils extrem tiefe Schlaglöcher, die gute Fahrtechnik erforderten. Aber auch diese Anforderungen meisterte die Gruppe souverän.
Schließlich erreichten wir über Pollenca die schönen und verwinkelten Gartenwege nach Alcudia und zu unserem Hotel. Dort angekommen folgten wir bereitwillig dem Ruf der Poolbar.
Angelo
11. April 2026

Heute gab es an der Westküste neue Kilometer zu entdecken. Wir wurden morgen um 9.00 Uhr von einem Bus mit Anhänger einmal über die Insel nach Andratx gefahren. Von hier ging es bei herrlichem Sonnenschein entlang einer traumhaft schönen Küstenstraße mit zugegeben knackigen Höhenmetern über Estellencs und Banyalbufar in Richtung Valldemossa. Unterwegs machten uns kräftige Windböen das Leben schwerer als nötig, wir wurden jedoch mit wirklich großartigen Ausblicken auf die Westküste belohnt. Wir sind die Tour an einem Samstag gefahren, das war vermutlich der Grund für die leider sehr vielen Motorradfahrer auf der kurvenreichen Strecke.

Nach 40 Kilometern haben wir Valldemossa erreicht. Von hier aus ging es nun weiter durch flache Strecken Richtung Santa Maria del Cami. Hier wollten wir eigentlich in einem Café eine Pause einlegen und hatten dafür schon zwei Tische zusammenstellen wollen. Aber so wie wir uns das gedacht haben ging es nicht. Ein sehr unfreundlicher Kellner hat uns zurückgepfiffen, die Tische müssten erst abgeräumt werden. Natürlich konnte er das nicht sofort erledigen. Egal, uns hat er jedenfalls erfolgreich vertrieben. Wir haben uns Verpflegung aus dem Supermarkt gegenüber geholt und ein Päuschen auf den Bänken davor eingelegt.

Nach der Stärkung ging es ohne nennenswerte Vorkommnisse in Richtung Hotel. Am Ende hatten wir 102 km und 1.289 Höhenmeter auf dem Tacho und haben uns natürlich an der Poolbar entsprechend belohnt.

Michael
12. April 2026

Ans Radfahren war bei Sturm und Regen nicht zu denken und ein Ruhetag kam nach drei Radtagen vermutlich ohnehin wie bestellt. So hat fast die komplette Truppe einen Verdauungsspaziergang durch den Naturpark Albufera gemacht. Im Anschluss haben sich vermutlich alle in ihren Zimmern als passive Sportler dem Radrennen Paris–Roubaix am Bildschirm gewidmet.
13. April 2026
Am Montag machte sich eine kleine Gruppe, bestehend aus Scotty, Harry und mir (Trommler), mittags auf den Weg um doch noch eine kleine Runde zu fahren. Nach dem Ruhetag am Sonntag, an dem es viel Regen und stürmischen Böen gab, warteten wir bis der Regen aufhörte und radelten los zum legendären COL DE SCOTTY, der im Volksmund SANTA MAGDALENA genannt wird. Es war immer noch sehr windig und wir mussten grundsätzlich das Tempo etwas drosseln, da der Regen teilweise einen rutschigen Film auf der Straße hinterlassen hat.

Harry hatte an diesem Tag die besten Beine und fuhr auf den ersten Platz, gefolgt von mir und Scotty. Da wir nur zu dritt waren, standen wir aber alle auf dem Treppchen und fühlten uns wie Sieger. Die Abfahrt fuhren wir aufgrund der glatten Straßen mit äußerster Vorsicht. Der Rückweg ging durch das schöne MAFFAY TAL. Peter Maffay engagiert sich seit Jahren auf Mallorca mit seiner Stiftung für traumatisierte Kinder, insbesondere auf der Finca Ca'n Llompart bei Pollenca.
Nach dem wir noch einige Stürze mitbekommen hatten, nahmen wir weiter das Tempo raus und verkürzten die Tour um ca. 10 km. Nach gut 70 km kamen wir alle wieder im Hotel an, tranken das obligatorische Bier und freuten uns, das wir heil geblieben waren. Leider mein letzter Tag, aber Mallorca 2027 kann kommen. Ick freu ma jetzt schon!!!
Tommy
14. April 2026
Nach zwei Tagen Zwangspause wegen Regen wurde heute gut ausgeruht die Königsetappe nur noch zu fünft von Angelo, Hans, Harry, Micha und Fury in Angriff genommen. Scotty meldete sich über WhatsApp kurz vorm Start wegen verschwindend geringer Wahrscheinlichkeit vereinzelter Regentropfen im Gebirge und etwas zu kühlen Temperaturen zu einer flacheren Solotour ab; Tommy musste ja wegen eines Auftritts seiner Kapelle schon gestern abreisen.

Entgegen der Wettervorhersage musste auf den ersten noch flachen 40 km nach Santa Maria del Cami mit Gegenwind gekämpft werden. Nach Bunyola wurde der Puig Sóller mit einer Durchschnittssteigung von 5,1 % auf 5 km auf sonnen gefluteten Kehren mit Begeisterung erklommen. Die schattige vom gestrigen Regentag noch leicht feuchte Abfahrt auf der Rückseite konnte bei vorsichtiger Fahrweise dagegen nicht richtig genossen werden.
Alle waren auf Mieträdern unterwegs, nur Micha hatte sein teures Schätzchen einfliegen lassen und ausgerechnet Micha wurde am ersten Kreisel in Sóller von einer Frau in einem bereits ziemlich verbeulten PKW angefahren bzw. zur Seite gegen einen Plastikcontainer gedrückt. Sein Schätzchen hat dabei aber keinen Kratzer abbekommen, weil er es mit seinem durchtrainierten Oberschenkel gut abgeschirmt hatte und auch er selbst fuhr ohne Blessuren weiter.
In Sóller wurden wir auch noch laut krakeelend von einer gar nicht mal ganz unattraktiven Spanierin attackiert, als Garmin uns verkehrt herum durch eine Einbahnstraße navigierte. Angelos Spruch: "You are not very friendly" machte sie eher noch wütender.

Nach einer Notverpflegung am Kiosk mit Cola, Fanta, Snickers usw. der Anstieg des Tages bei sehr guten Wetterbedingungen zum Puig Major: 13,8 km 800 hm bei 5,8 % mittlerer Steigung. Der Puig Major war heute wenig befahren sowohl von Rennradlern als auch von Autos; bei der Durchfahrt des Tunnels allerdings wurden wir bestimmt von 20 Autos genervt, gefühlt mehr als beim gesamten Anstieg.

Nach dem Tunnel wurde der Stausee Gorg Blau passiert und am Abzweig zur Sa Calobra das Cafe Els Arcs erreicht. Der geplante Kuchenstop wurde allerdings durch eine kurze Fotosession ersetzt, da alle lieber gleich weiter zur Poolbar unseres Hotels rollen wollten und die wurde nach einigen Gegenanstiegen zum Coll de sa Batalla und einer rasanten Abfahrt im Windschatten von Bolzerkönig Micha hinunter nach Polença und schließlich durch verwinkelte Gartenwege zurück nach Platja de Muro um 17:15 Uhr erreicht.
Fury
15. April 2026
Am 7. Tag im Trainingslager stand der Puig de Randa auf dem Programm - der weithin sichtbare 540m hohe Tafelberg im Süden der Insel.

Ob es an der Entscheidung lag, die Tour ausnahmsweise im Uhrzeigersinn zu fahren oder ob die rasende Abfahrt in Muro zu verlockend war: Zwei Fahrer setzten sich - entgegen dem Track - in Windeseile in Richtung Osten vom Feld ab und blieben über viele Kilometer außerhalb jeder Rufweite. Der Rest fuhr tapfer hinterher - wer weiß, vielleicht wartet ein besonders guter Kuchen an deren Ziel? Nachdem die beiden vom „Tete de la Course“ ihren Irrtum bemerkten ging es dann über Santa Margalida und eine schnurgerade, schroffe Hauptstraße wieder auf den geplanten Track.
Beim knapp 5km langen und 350m hohe Anstieg zur Santuiri de Deu de Cura übten sich zwei Fahrer - einer davon der Autor dieser Zeilen - in höflicher Zurückhaltung, um dem ungekrönten „King of the Mountain“ der Gruppe seine Krone nicht streitig zu machen. Nach der rasanten Abfahrt wartete ein ebenso kleines wie preisgünstiges Cafe in Algaida mit lecker Bokadillo und Cervecita auf. Die Rückkehr zum Ziel „Poolbar“ ging dann auch reibungslos.
Scotty
16. April 2026
Am 16.04.26 machten wir uns, Reiner, Angelo, Jens und Harry auf den Weg nach Cala Sant Vicenc.
Das kleine Feld rollte gut über Sa Pobla, Búger, Canmpanet und Caimari vor sich hin, bis sich die Fahrradkette von Scotty lautstark bemerkbar machte. Nach vergeblichen reparierversuchen entschied sich Scotty flach über das Maffaytal zurück zum Hotel zu fahren.

Als Trio ging es dann hinter Caimari für Angelo, Jens und Harry hoch auf den Col de la Batalla (576m). Oben an der Tanke angekommen musste Jens erst einmal eine Fanta inhalieren.
Dann ging es Richtung Pollenca zum Fotostop an einer traumhaften Bucht (Cala Barques) in Cala Sant Vicenc, wo noch ein leckerer Erdbeer-Käsekuchen auf uns wartete.
Danach ging es zügig weiter zum Hotel. Dort wurden dann die Mieträder entsorgt und an der Polbar der verdiente Absacker geschlürft.
Harry